Kategorie-Archiv: Laufen

Sportfisch

Das ist er: mein Sportfisch. Sportfisch? Soo sportlich, sieht der gar nicht aus…

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Lasst Euch nicht täuschen, dieser unscheinbare Geselle hat es in sich: Spindschlüssel, Smartphone, Kopfhörer, Karte für den Kraft-Ausdauer-Zirkel, also alles, was der moderne Fitness-Studio-Besucher heutzutage mit sich herumschleppen muss.

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Ich frage mich ernsthaft, wo meine sportlichen Mitstreiter ihren ganzen Kram lassen. Menschen mit ausgebeulten Hosentaschen, vollgestopft bis zum Rand, sind mir jedenfalls noch nicht aufgefallen. Und ich bin weit und breit die Einzige, die mit Handtäschchen sporteln geht. Unfassbarerweise hat mich bisher weder jemand auf meinen putzigen Freund angesprochen, noch sind mir irgendwelche befremdeten Blicke aufgefallen. Oder wird da etwa hinter meinem Rücken getuschelt? „Guck mal, da ist wieder die mit dem Sportfisch…“

Mein Sportfisch kommt ursprünglich aus Thailand und wurde mir von einer lieben Freundin mitgebracht. Lange starrte er mich ungenutzt und vorwurfsvoll aus dem Badezimmerregal an, gefüllt mit Dingen, die man nicht wegschmeißen, die man aber auch nicht gebrauchen kann. Eines Tages, als ich gerade meine Sporttasche packte und meine Hosentaschen mit Sportkram vollstopfte, wisperte er mir zu: „Psst! Nimm mich mit! Zeig mir die große weite Welt!“ Und das tat ich dann auch. Die große weite Welt in meinem Fitness-Studio. Leider hat mein Sportfisch keinen Namen. Irgendwelche Vorschläge?

Rückwärtslaufen

Wenn ich noch langsamer laufe, bewege ich mich rückwärts. Das ist das Fazit meines ersten Trainingstages. Über das Stadium des Walken-Müssens bin ich anscheinend doch schon hinaus, denn das beeindruckt meinen Puls nur wenig. Also jogge ich doch direkt und stelle die Geschwindigkeit des Laufbandes optimistisch rauf. Und direkt wieder runter, denn mein Puls ist etwas zu sehr beeindruckt. Nach einer Weile habe ich mich engegroovt und eine angemessene Geschwindigkeit gefunden, die meine Ausdauer bei knapp 145-150 Pulsschlägen pro Minute herzkreislauftechnisch optimal fordert. 30 Minuten Laufen und Gehen im Wechsel, das klappt schon sehr gut. Ich laufe langsam. Sehr langsam. So langsam, dass ich für das zwischenzeitliche langsame Gehen noch nicht einmal die Laufbandgeschwindigkeit ändern muss. Deprimierend.

Neben mir schwingt sich eine Mitstreiterin im pinkfarbenen Sportdress aufs Laufband und fängt an, in einem Affenzahn die ‚Laufstrecke‘ entlangzuhechten. Das ist nicht übertrieben. Irgendwie bekomme ich aus dem Augenwinkel den Eindruck, als laufe sie Ihrem Bus hinterher. Oder der sprichwörtlichen Karotte, die ihr jemand vor die Nase hält. Dabei hat sie die Körperspannung einer gekochten Spaghetti und muss sich zwischendurch immer wieder vorne am Gerät festhalten, damit sie nicht hinten vom Laufband fliegt. Das sieht alles sehr unentspannt aus und mir drängt sich der Gedanke auf, dass Geschwindigkeit nicht alles im Leben ist.

Bus

Trainingsplan für lahme Enten

Puh, das erste Training. Davor habe ich ja ganz schön Bammel, denn um meine Ausdauer ist es, wie schon erwähnt, ja leider nicht zum Besten bestellt. Außerdem bin ich schon vor Jahren an beiden Knien operiert worden und muss wirklich etwas vorsichtig sein.

Das Internet wimmelt von Anfänger-Trainingsplänen: von Null auf 30 Minuten, 30 Minuten am Stück, 5km Trainingsplan für Anfänger usw. Alle haben sie eines gemeinsam: sie beinhalten Gehpausen. Fantastisch! Gehen kann ich ja schon. Ich habe mich für den Einsteiger-Trainingsplan FlexStart entschieden. Also, der fängt wirklich bei null an: 20 Minuten walken. Das sollte selbst ich schaffen.

lahme Ente

 

Warum ich laufen muss

Kacke, habe ich zugesagt, ein Buch über einen Marathon-Lauf zu schreiben? Jetzt habe ich den Salat. Ganz im Gegensatz zu Ahnung vom Laufen – die habe ich nämlich nicht.

Sport ist zwar nicht direkt ein Fremdwort für mich, ich bin immerhin seit fast sieben Jahren Mitglied im Sportstudio. Und da gehe ich phasenweise sogar hin. Aber Laufen??? Ausdauersport fand ich schon immer langweilig. Das ging bisher nur auf dem Liegefahrrad-Ergometer mit einem Buch in der Hand, einem guten Buch, das mich möglichst von der Bewegung meiner Beine ablenkt. Und auch bitte nicht länger als eine halbe Stunde, wir wollen es ja nun nicht übertreiben.

Eins ist mir klar: ich kann kein Buch über einen selbst erlebten Marathonlauf schreiben, wenn ich noch keinen Marathon selbst erlebt habe. Also werde ich wohl mit dem Laufen anfangen müssen. Und dann werde ich am Jahresende, eventuell auch ein bisschen später, einen Marathon laufen.

Das hier ist der Blog dazu.