Rückwärtslaufen

Wenn ich noch langsamer laufe, bewege ich mich rückwärts. Das ist das Fazit meines ersten Trainingstages. Über das Stadium des Walken-Müssens bin ich anscheinend doch schon hinaus, denn das beeindruckt meinen Puls nur wenig. Also jogge ich doch direkt und stelle die Geschwindigkeit des Laufbandes optimistisch rauf. Und direkt wieder runter, denn mein Puls ist etwas zu sehr beeindruckt. Nach einer Weile habe ich mich engegroovt und eine angemessene Geschwindigkeit gefunden, die meine Ausdauer bei knapp 145-150 Pulsschlägen pro Minute herzkreislauftechnisch optimal fordert. 30 Minuten Laufen und Gehen im Wechsel, das klappt schon sehr gut. Ich laufe langsam. Sehr langsam. So langsam, dass ich für das zwischenzeitliche langsame Gehen noch nicht einmal die Laufbandgeschwindigkeit ändern muss. Deprimierend.

Neben mir schwingt sich eine Mitstreiterin im pinkfarbenen Sportdress aufs Laufband und fängt an, in einem Affenzahn die ‚Laufstrecke‘ entlangzuhechten. Das ist nicht übertrieben. Irgendwie bekomme ich aus dem Augenwinkel den Eindruck, als laufe sie Ihrem Bus hinterher. Oder der sprichwörtlichen Karotte, die ihr jemand vor die Nase hält. Dabei hat sie die Körperspannung einer gekochten Spaghetti und muss sich zwischendurch immer wieder vorne am Gerät festhalten, damit sie nicht hinten vom Laufband fliegt. Das sieht alles sehr unentspannt aus und mir drängt sich der Gedanke auf, dass Geschwindigkeit nicht alles im Leben ist.

Bus

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>